Wie sinnvoll ist eine Internet-Versicherung?

Wie sinnvoll ist eine Internet-Versicherung?


Versicherungen gibt es für die verschiedensten Lebensbereiche. Ob Haftpflicht-, Rechtsschutz- oder Hausratversicherung: Sie alle sind geläufig und die meisten Deutschen haben eine. Doch wer zahlt, wenn Cyber-Kriminelle Daten von der Festplatte rauben, E-Mails abfangen oder mTANs fürs Online-Banking vom Smartphone abfangen? Über die Hälfte aller Internetnutzer wurden schon Opfer von mehr oder weniger schweren Ausprägungen der Internet-Kriminalität, sodass es kaum verwundert, dass Versicherungen hier einen Markt erkennen. Die Zeitschrift „Öko-Test“ machte den Versicherungsvergleich und ist vom Ergebnis nicht gerade überzeugt.

Vorreiter auf diesem Gebiet war 2012 die Arag mit ihrer Web@ktiv-Versicherung. Auch die Allianz experimentierte kurzzeitig an einer Internet-Versicherung namens DigitalSchutz, nahm diese aber wieder vom Markt. Aktuell sind 13 verschiedene Tarife erhältliche, welche unterschiedliche Schwerpunkte haben. Manche bieten vor allem Rechtsschutz, andere decken auch Vermögensschäden ab und darüber hinaus setzen auch viele auf Serviceleistungen, wie etwa das Vorgehen gegen rufschädigende Inhalte im Netz. Doch lohnen sich die Kosten von 120 Euro aufwärts überhaupt?

Viele Leistungen sind schon versichert

Internet-Versicherungen müssen nur dann zahlen, wenn keine andere Police greift. Doch in vielen Teilaspekten sind Versicherte schon durch andere Versicherungen abgesichert. Neuere Haftpflichtversicherungen kommen beispielsweise für Schäden auf, die man Dritten zufügt. Leitet man versehentlich einen Virus weiter, welcher fremde Zugangsdaten ausspäht, muss die Versicherung die Folgekosten tragen. Sollten unberechtigte Ansprüche geltend gemacht werden, dann wehrt die Police diese auf juristischem Wege ab. Reine Internet-Policen bieten diesen Schutz nicht an. Doch selbst die Haftpflichtversicherung wird die Zahlung verweigern, wenn das Vorgehen leichtsinnig war. Das ist unter anderem schon der Fall, wenn kein aktueller Virenschutz auf dem Rechner vorhanden ist.

Sollte einmal das Konto von Internet-Kriminellen leer geräumt werden, dann kann sich der Betroffene unter Umständen das Geld direkt von der Bank zurückholen. Natürlich nur unter der Prämisse, dass er nicht fahrlässig gehandelt hat. Wenn keine gravierende Mitschuld besteht, haftet der Kunde mit maximal 150 Euro. Eine generelle Regelung zum Thema Phishing, also dem Datenabfang im Netz, gibt es nicht und Banken geben auch nicht preis, wie sie derartige Fälle handhaben. Eine umfangreiche Hausratversicherung könnte hier die Rettung sein, da in vielen Premium-Tarifen Online-Banking inklusive ist. Diese decken dann aber meistens nur Schäden bis zu 1000 Euro ab, was zwar nicht unbedingt viel ist, aber immerhin noch um einiges mehr als bei einer Internet-Police. Die Wenigsten kommen für illegale Abbuchungen auf.

Teilweise bieten die Anbieter aber auch wirklichen Mehrwert an, wie etwa eine telefonische Beratung gegen Cybermobbing. Die Arag bietet in ihrem Tarif sogar bis zu 3000 Euro für die Rettung von Daten, die von Viren oder Trojanern befallen wurden. Zudem können Versicherte bis zu 1000 Euro im Jahr dazu aufwenden, um rufschädigende Inhalte aus dem Internet verschwinden zu lassen. Ebenfalls bis zu 3000 Euro bekommen Versicherte ersetzt, wenn Ware nach einer Online-Bestellung nicht ankommt.

Am sinnvollsten: Vermögensschutz

Für die Zeitschrift „Öko-Test“ waren die sinnvollsten Tarife jene, die sich auf die Abwehr von Vermögensschäden konzentrieren. Die R+V InternetschutzPolice zahlt beispielsweise bis zu 10.000 Euro Schadensersatz, sollte ein Kauf oder Verkauf übers Internet platzen. In Sachen Datenrettung stellt sie bis zu 1000 Euro bereit. Daher können Policen mit Vermögensschutz schon Sinn ergeben, doch ob sich die rund 140 Euro Jahresbeitrag auch wirklich auszahlen, wenn diverse Leistungen bereits von andere Policen abgedeckt werden, das muss jeder für sich selbst entscheiden.



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