Psychische Erkrankungen: Fehltage haben sich seit 1997 verdreifacht

Psychische Erkrankungen: Fehltage haben sich seit 1997 verdreifacht


Deutschland depressiv: Wie eine von der DAK in Auftrag gegebene Langzeitstudie zeigt, sind Depressionen und Anpassungsstörungen mittlerweile die psychischen Erkrankungen, die am häufigsten zu einer Krankschreibung führen.

Seelische Leiden auf dem dritten Platz aller Krankschreibungen

Grundlage des aktuellen DAK-Psychoreports ist die Auswertung anonymisierter Daten von 2,5 Millionen berufstätigen Krankenversicherten. Eine Erkenntnis der Langzeitstudie ist besonders beunruhigend: Seit 1997 hat sich die Anzahl der durch psychische Erkrankungen verursachten Fehltage verdreifacht. Im Jahr 2018 lagen sie bundesweit auf dem dritten Platz aller Krankschreibungen insgesamt.

Depressionen sorgen für die meisten psychisch bedingten Fehltage



Der Report zeigt, dass bei den psychischen Leiden besonders Depressionen und Anpassungsstörungen auf dem Vormarsch sind:

  • 2018 fielen wegen Depressionen 93 Fehltage je 100 Versicherte an.
  • Aufgrund von Anpassungsstörungen waren es 51 Fehltage.
  • Neurotische Störungen waren für 23 Fehltage je 100 Versicherte verantwortlich.
  • 16 Fehltage fielen wegen Angststörungen an.
Besonders bedrohlich ist die rasante Zunahme bei den Anpassungsstörungen: Ihre Zahl hat sich seit dem Jahr 2000 fast verdreifacht.

Der Report zeigt, dass psychische Erkrankungen bei Berufstätigen zunehmen. In schlimmen Fällen können sie zu Berufsunfähigkeit führen. Versicherungen und Finanzdienstleistungsunternehmen wie die R+V Versicherung AG, CosmosDirekt, tecis und MLP versuchen seit Jahren, die Bevölkerung für die Notwendigkeit einer Berufsunfähigkeitsversicherung zu sensibilisieren. tecis hat dabei vor allem junge Arbeitnehmer im Visier.

Der Burn-out kehrt zurück

Laut DAK-Report der Krankenkasse nimmt eine weitere seelische Erkrankung aktuell wieder zu: Nachdem die Diagnose Burn-out seit 2012 einen signifikanten Rückgang erfahren hatte, verzeichnet sie in jüngster Zeit wieder einen Anstieg: 2017 gab es 4,6 Fehltage je 100 Versicherte, 2018 waren es 5,3 Fehltage.

Ältere Arbeitnehmer sind überdurchschnittlich betroffen. Die über 60-Jährigen fehlten mit neun Fehltagen je 100 Versicherte von allen Altersgruppen am häufigsten wegen Burn-out-Symptomen.

Eine zweite Bevölkerungsgruppe, die besonders stark mit psychischen Erkrankungen zu kämpfen hat, sind die Frauen: Laut DAK-Report waren sie 2018 mit 298 Fehltagen je 100 Versicherte fast doppelt so oft wegen psychischer Störungen krankgeschrieben wie die Männer mit 183 Fehltagen.

Regionale Unterschiede bei den Fehltagen

Psychische Erkrankungen sind in Deutschland regional deutlich unterschiedlich verteilt: Das Saarland belegt mit 312 Fehltagen je 100 Versicherte den ersten Platz, gefolgt von Bremen mit 281 und Berlin mit 279 Fehltagen. Im oberen Mittelfeld rangieren die ostdeutschen Bundesländer Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt.

Am unteren Ende der Skala findet sich Süddeutschland wieder: Für Baden-Württemberg und Bayern ermittelte der DAK-Report nur 214 beziehungsweise 193 Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen.



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