Nicolas Burmeister: Welchen Einfluss haben Großprojekte auf den Immobilienstandort Berlin?

Nicolas Burmeister: Welchen Einfluss haben Großprojekte auf den Immobilienstandort Berlin?


Der Immobilienstandort Berlin gilt gleichermaßen für Investoren wie für potenzielle Bewohner als überaus spannend. Vor allem in preislicher Hinsicht hat sich in den letzten Jahren eine enorme Dynamik entwickelt, die nach wie vor anhält. Wir haben mit dem Immobilienexperten und Unternehmensberater Nicolas Burmeister gesprochen und seine Einschätzung zum Berliner Immobilienmarkt eingeholt. Burmeister kennt „sein“ Berlin bereits seit mehr als 15 Jahren und gilt als echter Profi im Immobilienbereich. Im Gespräch weist er vor allem auf die vielen Chancen durch zahlreiche Großprojekte hin. 

Frage: Herr Burmeister, mancherorts wird bereits von einem Ende der Preissteigerung auf dem Berliner Immobilienmarkt gesprochen? Handelt es sich also nur um einen Hype?

Nicolas Burmeister: Keineswegs. Wer einen Blick auf die Preise und die Entwicklung in anderen europäischen Metropolen wirft, wird schnell feststellen, dass Berlin bis heute unter Wert gehandelt wird. Wie sonst ließe sich erklären, dass selbst kleine Städte wie Erlangen, Rosenheim oder Freiburg nach wie vor höhere Quadratmeterpreise verzeichnen als die Hauptstadt des größten und wichtigsten EU-Staats?

Frage: Ist der Vergleich der Immobilienpreise das einzige Kriterium?

Nicolas Burmeister: Sicher nicht. Da ist beispielsweise auch noch die Eigentumsquote, die in Berlin noch nicht einmal 20 Prozent erreicht. Mit anderen Worten bleibt die Hauptstadt eine Mieterstadt, was enormes Potenzial für Immobilienprojekte birgt. Ebenfalls zu erwähnen ist das Bevölkerungswachstum. Manche Prognosen gehen davon aus, dass Berlin spätestens bis ins Jahr 2030 die Marke von vier Millionen Einwohnern geknackt hat.

Frage: Wer sich in Berlin aufhält, bemerkt schnell, dass allerorten gebaut wird. Welchen Einfluss haben die aktuellen Großprojekte auf den Berliner Immobilienmarkt?

Nicolas Burmeister: Da muss man differenzieren. Der Bau des Flughafens BER hat sich sicherlich positiv auf die Arbeitsmarktssituation im Berliner Südosten ausgewirkt. Noch lassen sich die tatsächlichen Effekte jedoch nicht bemessen, da BER nachwievor auf Fertigstellung und Eröffnung wartet. Ebenfalls bleibt abzuwarten, was aus dem Standort des bisherigen Flughafens Tegel wird. Hierfür existieren verschiedene Vorschläge, die allesamt einen maßgeblichen Einfluss auf den Immobilienmarkt im Nordwesten der Stadt haben dürften. Nicht außer Acht gelassen werden, sollte auch der Wegfall des Fluglärms. Gerade Stadtteile wie das am See gelegenen Tegel könnten hiervor erheblich profitieren.

Frage: Und die anderen Großprojekte?

Nicolas Burmeister: Mit dem Bau der U5 werden große Wohngebiete im Osten der Stadt besser an die Innenstadt sowie das Regierungsviertel und den Hauptbahnhof angebunden. Die Strecke führt bald von Hönow bis zum Hauptbahnhof und bietet mit dem Umsteigebahnhof Unter den Linden einen perfekten Anschluss an die Nord-Süd-Verbindung.

Ebenfalls relevant ist die anhaltende Bautätigkeit in der City West. Vor allem die Gegend rund um den Bahnhof Zoo erhält ein völlig neues Gesicht und wird derzeit Schritt für Schritt aufgewertet. Auch spannend ist der Neubau des Bahnhofs Warschauer Straße, was vor allem für Friedrichshain von Bedeutung sein wird.

Frage: Zählen nur die großen Projekte für die Entwicklung des Immobilienstandorts?

Nicolas Burmeister: Keineswegs. Wer mit offenen Augen durch Berlin läuft, sieht an allen Ecken und Enden neue Wohn- und Bürokomplexe entstehen. In Miete entsteht das NeuHouse mit 75 Wohnungen und sechs Gewerbeeinheiten zwischen Friedrichstraße und Checkpoint Charlie, im Skandinavischen Viertel am Prenzlauer Berg entstehen 194 Neubauwohnungen, in der Genthiner Straße 113 Wohneinheiten und am Spreeufer in Charlottenburg im Rahmen der No. 1 272 Wohnungen. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.



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